Gartenbewässerung planen, bauen

Für die Planung einer Gartenbewässerung ist eine Skizze mit den Grundstücksmaßen notwendig, in der Wege, Mauern, Terrassen, Beete, Rasenflächen, Bäume und Sträucher maßstabgetreu eingezeichnet werden. Bei der Gartenbewässerung unterscheidet man zwischen Getrieberegnern, Sprühdüsen, Tropfschläuchen und Tropfdüsen für die Einzeltopfbewässerung. Die unterschiedlichen Typen sollten auf Grund ihrer unterschiedlichen Wasserausbringmenge nicht gemeinsam in einem Sektor verwendet werden. Die einzelnen Sektoren werden zentral gesteuert und jeder Sektor nacheinander durch Magnetventile geöffnet und geschlossen.

Getrieberegner werden ab acht Meter Wurfweite und mehr verwendet, Sprühdüsen für kleinere Wurfweiten.
Es gibt Versenkregner, die in Rasenflächen unterirdisch eingebaut werden oder Standrohrregner für die Montage in Beeten. Beetflächen werden mit Tropfschläuchen versorgt und Topfpflanzen mit einzelnen Tropfdüsen.

Gartenbewässerung – die Voraussetzungen

Bei einer Gartenbewässerung geht ohne ausreichenden Druck in der Wasserleitung gar nichts. Um festzustellen, wie hoch der Wasserdruck für die Beregnungsanlage ist, ist es erforderlich, dass man zunächst den statischen Wasserdruck (bar) an der Anschlußstelle mit einem Wasserdruckmesser (Manometer) bestimmt. Zusätzlich ist für die Berechnung der Fließgeschwindigkeit und der Druckverluste auch noch die Rohrdimensionen wichtig. Meistens sind es das 1/2″, 3/4″, oder 1″ Rohrleitungen. Diese Daten bilden die Grundlagen vor der Planung einer Anlage zur Gartenbewässerung und müssen daher vorher bestimmt werden. Wer das Gießwasser aus einer eigenen Zisterne bezieht, kann die Druckdaten von den Pumpendaten bestimmen.

Es gibt auch eine ungenaue Messmethode, die zur Leistungsmessung an der Wasseranschlußstelle ausreichend ist. Ein 10 Liter Kübel sollte bei vollem Aufdrehen des Wasserhahns innerhalb von maximal 30 Sekunden voll sein. Wenn er früher voll ist, um so besser. Da manche Beregnungssysteme sehr empfindlich auf Druckschwankungen, Unterdruck oder Überdruck reagieren, sollte man auf alle Fälle die Montageanleitungen der jeweiligen Hersteller diesbezüglich genau studieren, da schlimmstenfalls Schäden an einzelnen Teilen der Anlage entstehen können. Zumindest ist es unangenehm, wenn die fertig eingebaute Anlage zur Gartenbewässerung nicht ordnungsgemäß funktioniert und die erforderlichen Wurfweiten der Regner nicht zustande kommen.

Wichtig ist auch zu prüfen, ob die Wasserqualität in Ordnung ist. Kalkhaltiges Wasser sollte entkalkt werden. Verwendet man Regenwasser aus der eigenen Zisterne, sollten gute Schmutzsiebe in das System eingebaut werden.

Die dritte Voraussetzung zur Planung einer Gartenbewässerung ist die Kenntnis über die Pflanzen selbst. Pflanzen, die viel Wasser benötigen sind anders zu versorgen, als Trockenheit liebende Gewächse. Die Beregnung der Rasenfläche wird anders dimensioniert und ausgerichtet, als die Tröpfchenbewässerung für die Topfpflanzen.

Eine Anlage zur Gartenbewässerung wird meist in mehrere Sektoren aufgeteilt, da unterschiedliche Wassermengen mit jeweils den gleichen Druckvoraussetzungen versorgt werden müssen. Wird auch nur ein Regner zuviel an einen Sektor angeschlossen, fällt der Druck in diesem Sektor ab und die Regner können die erforderliche Wurfweite nicht erbringen. Die Beregnungszeiten und die Beregnungsdauer der einzelnen Sektoren können programmiert werden. Die einzelnen Sektoren bewässern logischer Weise nacheinander und nicht gleichzeitig.

Anlage für eine Gartenbewässerung selber verlegen

Die meisten Anbieter von Gartenbewässerung Systemen haben ausführliche Verlegeanleitungen, und stellen Verlegepläne zur Verfügung, sodass man eine Anlage für die Gartenbewässerung selbst verlegen kann.

Es ist ratsam, mit dem Verlegen der Gartenbewässerung beim Wasseranschluss zu beginnen. Den Verteiler mit den einzelnen Magnetventilen kann man in einem extra Arbeitsgang entweder zu Beginn oder am Ende der Arbeiten zusammenbauen. Um die Gräben in der vorhandenen Wiese später wieder leicht zumachen zu können, sollte die Grasnarbe vorher abgehoben werden, um dann die Erde oder den Rasen zirka 25 Zentimeter tief V-förmig auszuheben. Wenn alle Gräben ausgehoben sind, werden die Rohre entsprechend dem Naturmaß zugeschnitten und mit den Anschlußteilen verbunden. Wichtig ist, dass dabei keine Erde in die Rohre kommt. Zukleben der Enden kann bei manchen Arbeitsgängen helfen. Es gibt Rohrschneidezangen und Rohrendenschneider, die das Ablängen der Rohre wesentlich erleichtern und Quetschungen der Rohre verhindern. Die Rohre müssen dicht montiert sein. Die Stellen, an denen Abzweigungen und Anschlüsse sind, kann man auch erst nach der Dichtprobe zuschaufeln.

Die Sprührichtung, den Sektor und die Wurfweite der Regner sollten empfehlenswerter Weise schon vor dem Positionieren in der Erde voreingestellt werden. Die Feinjustierung erfolgt beim Probedurchlauf. Entwässerungsventile werden an den tiefsten Stellen der verlegten Rohre platziert. Unter die Entwässerungsventile kommt eine Drainage aus gewaschenem Schotter.
Bei der Verlegung einer Tröpfchenbewässerung ist es ratsam, sich Sektor für Sektor, oder Topf für Topf vorzuarbeiten, um den Überblick mit den vielen Schläuchen und Anschlußteilen nicht zu verlieren.

Fotos während der Verlegung sind hilfreich, wenn man später einmal verlegte Leitungen suchen muss.


Vor- und Nachteile einer Gartenbewässerung

Die Vorteile:

  • Eine Gartenbewässerung hilft Wasser sparen.
  • Probleme mit zuviel Bewässerung gibt es nicht. Regenmengensensoren schalten die Anlage ab, wenn es regnet oder geregnet hat.
  • Wasserverlust, wenn einmal vergessen wurde, den Wasserhahn nach dem Gießen abzudrehen, gibt es ebenfalls nicht.
  • Eine Gartenbewässerung spart Zeit.
  • Die Pflanzen und der Garten werden im Urlaub auch gut versorgt.

Die Nachteile:
Das tägliche Gespräch, das manch Gärtnerin oder Gärtner mit ihren Pflanzen während des Gießens führen, fällt durch die automatische Gartenbewässerung leider weg. Da wird man sich wohl andere Momente und Möglichkeiten suchen müssen…

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