Garten der Nationen anlegen

Einen Garten der Nationen anlegen bedeutet vorerst einmal, Interesse an anderen Kulturen und Nationen zu haben. Das ist eine Grundvoraussetzung, sonst würde man sich des Gartenstils einer anderen Kultur oder Nation ja nicht bedienen, es sei denn aus Unwissenheit. Und genau diese Unwissenheit bildete aber vielerorts die Grundlage für einen unvoreingenommene und unbekümmerte Akzeptanz fremder Kulturen und deren Einflüsse auf die Eigene. So gab es in den späten 1960 Jahren das ultimative Element in der Gartengestaltung, das in keinem Hausgarten fehlen durfte – der Alpengarten. Der Alpengarten war mit buntblühenden Polsterstauden bepflanzt, mit Steinen aller Art garniert und wurde auf straßenseitgen Terrassenhügeln Passanten zur Schau gestellt. Gemischt mit winkenden Gartenzwergen und bunten Windlichtern am Stiel war der Kulturmix perfekt.

Garten der Nationen – die Grundlagen

Einen Garten der Nationen im eigenen privaten Garten zu errichten, wird für die meisten Gartenbesitzer nicht wirklich in vollem Umfang möglich sein, es sei denn, man hat ein Areal von mehreren Hektar Grund zur Verfügung. Es ist aus Platzgründen im eigenen Garten einfach nicht möglich, einen Garten der Nationen anzulegen und alle Nationen darin unterzubringen. Toskanagarten, japanischer Garten oder Englischer Garten, das sind Begriffe, die vielen vertraut sind. Aber was ist mit Französischer Garten, Ungarischer Garten oder Indonesischer Garten. Gibts die überhaupt und worin unterscheiden sich diese? Da beginnt die Suche nach den Details.


Bei geschnittenen Buchsbaumhecken, Buxfiguren, Steinbänken, Skulpturen, Brunnenschalen, Kübelpflanzen in Terrakottagefäßen, Rosmarin, Lavendel und Thymian denkt man unweigerlich an den italienischen Toskanagarten. Beim englischn Garten denkt man an Rosen, Rhododendren und den englischen Rasen. Beim japanischen Garten hingegen dürfen Koiteiche, japanischer Ahorn, Zierkirsche und japanische Azaleen nicht fehlen. Bereits im 15. Jahrhundert haben Reisende exotische Pflanzen auf Märkten aller Handelsrouten zur Schau gestellt und zum Kauf angeboten. Größtenteils handelte es sich damals um Nahrungspflanzen und Gewürzpflanzen. Das große Interesse an ausländischen Pflanzen und Gebräuchen hat sich bis heute erhalten. Vieles wurde vermischt, umgewandelt, neu interpretiert oder neu ausgedacht. So wurden Begriffe, wie Chinesischer Garten, Japanischer Garten, Balinesischer Garten, oder Orientalischer Garten zu festen Bestandteilen fremdländischer Gartenkultur. Meist dringen nur kleine Elemente fremdländischer Gartenkulturen in andere Länder vor. Begriffe, wie Buddha Satue, Yin-Yang, Feng Shui Garten, Meditationsgarten, oder Zen Garten sind nur einige Beispiele dafür.

Garten der Nationen – wie beginnen?

Möchte man ernsthaft einen Garten der Nationen anlegen, ganz gleich an welche Nation er angelehnt sein soll, es führt kein Weg an einer ausführlichen Recherche vorbei. Um Kitsch und eine peinlich wirkende Halbwissen Gartenschau zu vermeiden, sollte man sich mit der anderen Kultur so gut es geht vertraut machen, und herausfinden, aus welchen Gründen einzelne Elemente oder Pflanzen gerade so und nicht anders zur Verwendung kommen. Eine Buddha Statue macht noch keinen Feng Shui Garten, und ein Gartenzwerg noch keinen Alpengarten.

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